Lesemotive - wie du sie als Autor*in nutzen kannst

 Lesemotive sind die treibenden Kräfte hinter der Entscheidung von Leser*innen, ein Buch zu kaufen. Wir erklären dir, wie Lesemotive funktionieren, damit du als Autor*in deine Bücher gezielt schreiben und vermarkten kannst.

Inhaltsverzeichnis

Buch lesen

Was sind Lesemotive?

Lesemotive beschreiben die emotionalen und psychologischen Anreize, die Leser*innen dazu bringen, ein Buch zu kaufen. Es geht also darum, herauszufinden, warum sie zu einem bestimmten Buch greifen und sich für ein spezifisches Genre entscheiden. 

Im Wesentlichen lassen sich Lesemotive in drei generische Kategorien unterteilen:

  1. Freude am Lesen: Suche nach Spaß und Ablenkung
  2. Entscheidungsfreiheit: Die Freiheit, zu wählen und sich eine Meinung bilden zu können
  3. Mitreden können: Der Wunsch nach gesellschaftlicher Teilhabe

Innerhalb dieser drei Kategorien gibt es zehn spezifische Lesemotive:

  1. Auseinandersetzen: Es kann guttun, provokante Bücher zu lesen, die gesellschaftlich nicht der Norm entsprechen
  2. Eintauchen: Dem Alltag entfliehen und sich in andere Situationen hineinversetzen
  3. Entdecken: Unbekanntes entdecken und Inspiration holen
  4. Entspannen: Das Lesen genießen und zur Ruhe kommen
  5. Lachen: Das Bedürfnis nach Humor
  6. Leichtlesen: Unbeschwerte Literatur – im Gegensatz zu “Entspannen” muss sie einfach zu lesen sein
  7. Nervenkitzeln: Die Lust auf aufregende Erlebnisse, in die man sich hineinversetzen kann
  8. Optimieren: Persönliche Weiterentwicklung & Anerkennung
  9. Orientieren: Bücher als verlässliche Wissensvermittler
  10. Verstehen: Themen und Zusammenhänge tiefer verstehen

Warum sind Lesemotive wichtig?

Leser*innen wählen Bücher oft basierend auf ihren aktuellen Bedürfnissen oder emotionalen Zuständen aus. Sie denken also nicht zwingend in Genres (Liebesroman, Krimi etc.), sondern folgen ihrem Bauchgefühl. Dieses Gefühl ist unterbewusst, was es schwierig macht, das Lesemotiv dahinter zu identifizieren. 

Wenn du als Autor*in das Lesemotiv deiner Zielgruppe verstehst, kannst du diese gezielter ansprechen und sie dadurch auch besser erreichen. Ein Buch, das klar auf ein bestimmtes Lesemotiv ausgerichtet ist, hat bessere Chancen, wahrgenommen und gekauft zu werden. Auch dein Buchmarketing hat höhere Chancen auf Erfolg, wenn es das richtige Lesemotiv bedient.

Buchseite

Übrigens: Es gibt bereits einige Buchhandlungen, die ihre Bücher nicht mehr nach Genres sortieren, sondern nach Lesemotiven. Laut einem Pilottest sorgt das für deutlich erhöhten Umsatz. Auch die Buch Berlin hat die Stände auf ihrem Messegelände nach Lesemotiven ausgerichtet.

Identifizierung von Lesemotiven

Um die Lesemotive deiner Zielgruppe zu identifizieren, helfen dir folgende Ansätze. 

  • Beobachte das Leseverhalten: Welche Bücher liest deine Zielgruppe? Was gefällt ihr an diesen Büchern? Welche Cover & Klappentexte spricht sie an? Diese Fragen kannst du am besten beantworten, wenn du mit deinen potenziellen Leser*innen sprichst oder eine Umfrage durchführst.
  • Reflektiere dich selbst: Analysiere dein eigenes Leseverhalten und finde heraus, welche Motive dich persönlich anziehen. Warum schreibst du gerne die Bücher, die du schreibst? Welche ähnlichen Bücher hast du gelesen und was genau hat dir an ihnen gefallen?

Hinweis: Es kann sein, dass mehr als ein Lesemotiv hinter einem Buchkauf stecken können. In dem Fall solltest du priorisieren. Versuche, das wichtigste Lesemotiv zu identifizieren oder zumindest die wichtigsten zwei. Beim Marketing wird es dir enorm helfen, dich auf ein klares Konzept zu konzentrieren und nicht zu versuchen, auf mehreren Hochzeiten zu tanzen.

Wie kann ich Lesemotive nutzen?

Beim Marketing

  • Botschaft senden: Egal, wo du dein Buch bewirbst – behalte bei der Formulierung deiner Texte immer das Lesemotiv im Hinterkopf und vermittle die entsprechende Botschaft. Wenn du auch nur einen Halbsatz so formulierst, dass er besser das Lesemotiv anspricht, kann das schon extrem viel ausmachen. Wenn dein Lesemotiv “Flucht” ist, kannst du beispielsweise schreiben: “Tauch ein in die Welt der …”
  • Content-Marketing: Erstelle Blogartikel, Videos oder Social-Media-Posts, die auf das Lesemotiv deines Buches abgestimmt sind. Wenn dein Buch beispielsweise auf dem Motiv „Wissenserwerb“ basiert, könntest du Artikel über relevante Themen veröffentlichen.
  • Titel + Klappentext: Der Titel sollte das Lesemotiv klar kommunizieren. Er sollte neugierig machen und gleichzeitig die Hauptthematik des Buches widerspiegeln. Verwende Schlüsselwörter, die direkt mit den Lesemotiven in Verbindung stehen, um potenzielle Leser*innen anzusprechen. Auch der Klappentext sollte entsprechend formuliert werden.

Nochmal zum Thema “zwei oder mehr Lesemotive”: Wenn du dich partout nicht auf ein Lesemotiv einigen kannst, weil mindestens zwei Motive perfekt passen – mach dich nicht verrückt. Du wirst beim Marketing merken, wie schwer es ist, zwei Motive anzusprechen, aber du kannst es ja versuchen. Über die Zeit wirst du merken, was besser für dich passt und dein Marketing dementsprechend anpassen. Dein Ziel sollte immer sein, nur ein einziges Motiv anzusprechen.

Heft, Laptop und Tasse

Beim Schreiben

  • Sprache und Stil: Passe deinen Schreibstil an die gewählten Lesemotive an. Für ein Buch, das das Motiv „Romantik“ verfolgt, kann eine gefühlvolle, emotionale Sprache passend sein. Dagegen könnte ein Abenteuerroman von einer dynamischen Erzählweise mit vorrangig kurzen Sätzen profitieren.
  • Charakterentwicklung: Stelle sicher, dass die Charaktere und ihre Entwicklungen mit den Lesemotiven übereinstimmen. Charaktere, die Abenteuerlust oder Selbstfindung erleben, sollten glaubwürdig und nachvollziehbar handeln. Dies steigert die Identifikation der Leser*innen mit den Charakteren. Ein Charakterbogen kann dir dabei helfen, einen authentischen Charakter zu schaffen.

Bei der Covergestaltung

Das Cover deines Buches sollte visuell das gewählte Lesemotiv widerspiegeln. Verwende Farben, Schriftarten und Bilder, die das Gefühl oder die Stimmung des Motivs transportieren. Ein Abenteuerbuch könnte beispielsweise ein aufregendes, actionreiches Bild verwenden, während ein Ratgeber eher eine beruhigende, sachliche Gestaltung benötigt.

Lies mehr darüber, wie du ein Cover gestaltest.

Beispiele für Lesemotive bei Büchern: Lesemotiv benennen und nutzen

raven eight michael wagner

Der Krimi Raven Eight spricht das Lesemotiv „Nervenkitzel“ an. Das Buch handelt von mysteriösen Morden und der Enthüllung krimineller Machenschaften. Die Leserinnen können gemeinsam mit den Ermittlerinnen Geheimnisse aufdecken und dem Mörder auf die Spur kommen.

Das Cover greift die geheimnisvolle und düstere Atmosphäre des Buches auf und unterstreicht das Lesemotiv, indem es die mysteriöse Stimmung visuell transportiert. Der Klappentext ist darauf abgestimmt Spannung zu erzeugen, verrät jedoch nicht zu viel von der Handlung, sodass die Leserinnen mit den Ermittlerinnen miträtseln können. Schlüsselwörter wie „Rätsel“, „mysteriöse Botschaften“ und „Katz-und-Maus-Spiel“ verstärken zusätzlich das Lesemotiv.

Das Lesemotiv „Eintauchen“ wird von dem Buch The Assassin’s Heart bedient. 

In einer fiktiven Welt, in der eine Assassine, eine Sirenenprinzessin und eine göttliche Bestimmung aufeinandertreffen, hat die Protagonistin die Macht alles zu verändern. 

Eine Geschichte, die es den Leser*innen ermöglicht, sich in die Figuren hineinzuversetzen, in eine fremde Welt einzutauchen und so dem Alltag zu entfliehen.

Das Cover ist passend zum Lesemotiv gestaltet und deutet in Verbindung mit dem Titel bereits darauf hin, dass die Leserinnen eine Romantasy-Geschichte erwartet. Im Klappentext werden die fantastischen Elemente der Erzählung eingeführt und die Ausgangssituation der Charaktere beschrieben. So erhalten die Leser*innen bereits Zugang zu den Figuren und werden direkt in die Handlung hineingezogen.

the assasin´s heart melanie mur

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